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Böblinger Bodenschutztage 2009 - 2010  - "Böblingen baut auf Boden"

 

Rückblick auf das Vortragsprogramm im Rahmen der Ausstellung im Landratsamt Böblingen

Auftakt

Prof. Dr. H.-K. Hauffe: Hat Boden einen Wert?   

 

Böden und Klima (21. Januar 2010)

Dr. Markus Mokry: Bodenfruchtbarkeit und Entwicklung des Zustands landwirtschaftlicher Böden

Dr. Rainer Bausch: Einfluss der Bewirtschaftung auf Erosion und Stoffeintrag

 

Bauen und Böden (28. Januar 2010)

Dr. Holger Keppel: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Stephan Flaig: Kostenfaktor Neubaugebiete

 

Böden und Grundwasser (04. Februar 2010)

Reinhold Kratzer: Der Wald - Schutzwirkungen für Boden und Wasser

Inge Neeb: Vom Umgang mit Altlasten

Astrid Stepanek: Boden als natürlicher Schutz für das Trinkwasser

 

Flächenverbrauch im Landkreis Böblingen

Der Landkreis Böblingen steht auf Platz 3 im Land in puncto Nutzungsanteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen mit ca. 20,8 % der Landkreisfläche. Das verwundert nicht unbedingt, liegt doch die Einwohnerzahl pro qkm mit 595 nahezu doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Was die Waldflächen und die landwirtschaftlich genutzten Flächen anbelangt, rangiert der Landkreis Böblingen mit 34,5 % bzw. 43,2 % weiter hinten und unterhalb des Landesdurchschnitts (38% Wald bzw. 46,8% Landwirtschaftsflächen inklusive Obstanbau). Es stellt sich die Frage: Ist ein zukunftsorientiertes Wachstum auch bei langsamerer Ausdehnung der Flächeninanspruchnahme möglich. Das Land Baden-Württemberg hat mit seinem umweltpolitischen Schwerpunkt "Flächenressourcenmanagement" Lösungsansätze aufgestellt.

Die 20,8 % Siedlungs- und Verkehrsflächen entsprechen ca. 12.830 Hektar von 61.783 Hektar Landkreisgesamtfläche. Während in den 80er bis Mitte der 90er Jahre vor allem viele Verkehrsflächen hinzu gekommen sind, fiel von 1997 bis 2001 der Anteil an neuen Gebäude- und Freiflächen mit 527 Hektar besonders ins Gewicht. Dies sind sowohl Häuser und Gewerbestandorte als auch zu den Gebäuden gehörige Grünflachen. Man geht daher von einem Versiegelungsgrad dieser Flächen von 50 % aus. Doch durch Befahren und zeitweiliges Nutzen während der Bauphase ist der Großteil der Böden dieser Grünflächen verdichtet und in seinem Vermögen der Regenwasserspeicherung und Versickerung eingeschränkt.

Die Umnutzung zu Siedlungs- und Verkehrsflächen ging mit dem Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen einher. Besonders betroffen sind Obstanlagen bzw. Streuobstbestände.(Abnahme der landwirtschaftlich genutzten Flächen von 1997 bis 2001 um 482 Hektar). Geringfügig ausgedehnt hat sich der Waldanteil im Landkreis. Es leuchtet jedem ein, dass Wald und Feld nicht völlig zugebaut werden können. Nicht die gesamte Gemarkung steht den Gemeinden zur Bebauung zur Verfügung. Ausgewiesene Schutzgebiete und regionale Grünzüge sollen ein Minimum an funktionsfähigem Naturhaushalt erhalten. Auch über die Schutzgebiete hinaus sorgt ein schonender und sparsamer Umgang mit Grund und Boden für die Entwicklungschancen künftiger Generationen.

Ganz im Sinne des Landesumweltplanes haben einige Kommunen begonnen, Lösungsansätze in der Wiedernutzung ihrer brachliegenden Gewerbeflächen und der Schließung von Baulücken umzusetzen. An Stadtplaner und Architekten stellt sich die Herausforderung, die Bedürfnisse der künftigen Bewohner auch bei optimierter Nutzungsdichte zu stillen. In Gewerbegebieten kann z.B. die Einrichtung platzsparender Stellplatzregelungen ein Beitrag zur Verminderung der Flächeninanspruchnahme sein. Warum nicht ein luftiges lichtes Parkhaus statt weiträumig versiegelter Fläche oder ein in das Gebäude eines Einkaufsmarktes integriertes Parkdeck statt langer Wege mit dem Einkaufswagen vom Laden bis zum Auto. Durch verantwortungsbewusstes Ausweisen von Freiflächen kann also der Natur und den Menschen gleichermaßen gedient werden.

Der Werkstattbericht der Landesanstalt für Umweltschutz zum Schwerpunkt "Flächenressourcenmanagement" enthält zahlreiche Tipps, wie wir trotz langsamerer Flächenausdehnung weiter voran kommen. In zwei Pilotkommunen wird dies derzeit erprobt. Der Werkstattbericht wurde allen Kommunen zur Verfügung gestellt.

Viele interessante Informationen zum Thema Bodenschutz und Flächenverbrauch finden Sie im Internet unter:

www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/

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